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Spuren auf dem Albuch

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Die Knochenflöte aus dem Geißenklösterle im Urstromtal der Donau

(34.000 Jahre v. Chr.)

Die Tierplastiken aus der Vogelherdhöhle im Urstromtal der Lone

(33.000 Jahre v. Chr.)

Der Löwenmensch aus dem Hohlensteinstadel im Urstromtal der Lone

(30.000 Jahre v. Chr.)

Trilogie - Kunst des Aurignacien in der Altsteinzeit

 

Stellvertretend für zahlreiche altsteinzeitliche Funde auf der Ostalb, im Lonetal und im Achtal, behandle ich unkonventionell die Knochenflöte aus dem Geißenklösterle im Urstromtal der Donau (34.000 Jahre v. Chr.),

die Tierplastiken aus der Vogelherdhöhle im Urstromtal der Lone (33.000 Jahre v. Chr.) und den Löwenmensch aus dem Hohlensteinstadel im Urstromtal der Lone (30.000 Jahre v. Chr.). Alle drei Gruppierungen sprechen zwar die Sprache der Altsteinzeit, jedoch jedes „Kunstobjekt“ zeigt bei näherem Hinschauen eine eigene Individualität, spricht eine eigene Sprache. Zur wissenschaftlichen Aufarbeitung verweise ich ausdrücklich auf die intensiven Forschungsarbeiten des Prof. N. J. Conard, Uni Tübingen, und seines Mitarbeiterstabs, insbesondere auf die (englischsprachige) Arbeit des N.J.Conard und M. Bolus „Radiocarbon dating the appearance of modern humans and timing of cultural innovations in Europe: new results and challenges (2002)“.

 

Die moderne Übersetzung eines Teiles des Paulusbriefes an die Korinther möchte ich als Leitthema, als Gedanken über unsere  d i r e k t e n  ersten menschlichen Vorfahren (Homo sapiens sapiens) stellen. Ich bedaure, dass diese  u n s e r e  Vorfahren oft abwertend als Primitive abgestempelt werden. Dieser Auffassung möchte ich ausdrücklich widersprechen.

Meine Ausführungen über die Knochenflöte aus dem Geißenklösterle im Urstromtal der Donau, über den Löwenmensch aus dem Hohlensteinstadel und über die Elfenbein-Tierfigürchen aus der Vogelherdhöhle aus dem Urstromtal der Lone sollen dazu beitragen, die Menschen vor über 30.000 Jahren als unsere Vorfahren mit großem Wissen zu achten,.

 

Aus

Der erste Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Kapitel II

„Euer Glaube sollte nicht auf menschlicher Weisheit, sondern auf göttlicher Kraft beruhen.

 

Und doch ist, was wir verkünden, auch Weisheit, nämlich die Weisheit, die im Kreise der Geweihten lebt. Es ist nicht die Weisheit, die der gegenwärtigen Zeit, und auch nicht die, die den bereits kraftlos werdenden Führern dieser Zeit eigen ist. Was wir aussprechen ist die Gottesweisheit der Mysterien, die im verborgenen gelebt hat, nachdem sie durch Gott bereits vor allen Zeiten vorgebildet worden ist, um uns geoffenbart zu werden.

Keiner der Führer der gegenwärtigen Zeit hat diese Weisheit erkannt. Hätten sie sie erkannt, so hätten sie den nicht ans Kreuz geschlagen, der der Herr der Offenbarung ist.

 

So sagt es die Schrift:

Was nie ein Auge gesehen und nie ein Ohr gehört hat,

was nie im Herzen eines Menschen bewusst geworden ist,

das hat Gott denen zubereitet, die ihn lieben.

 

Gott hat es nun durch seinen Geist geoffenbart.

Der Geist durchdringt alles mit seiner Erkenntnis, auch die Tiefen der Gottheit. Welcher Mensch vermöchte das Wesen des Menschen zu erkennen, wenn nicht der Geist des Menschen selber in ihm wäre? So auch kann das Wesen Gottes nur durch den Geist Gottes erkannt werden.

Der Geist, den wir empfangen haben, ist nicht der Geist der Sinneswelt, sondern der Geist, der von Gott selber ausgeht, damit wir klar erkennen, was uns von Gott geschenkt ist.

So ist auch, was wir sprechen, mehr als solche Worte, die uns der Geist selber lehrt: mit geistgeschenkten Gedanken begreifen wir das Geistige.

 

Der nur seelische Mensch kann nicht in sich aufnehmen, was aus dem Gottesgeist hervorfließt. Es ist für ihn Torheit; er kann es nicht verstehen, denn nur auf geistige Art kann es begriffen werden.

Der geistige Mensch jedoch vermag alles zu verstehen, obwohl er selbst von niemand verstanden wird.

Wer hätte je die Gedanken des Herrn erkannt; wer könnte je sein Ratgeber sein? Uns aber sind die Gedanken des Christus gegeben.“

 

Als wissenschaftlicher Laie kann ich nur „mit gesundem Menschenverstand“ zusammentragen, was Wissenschaftler in den letzten Jahren "am Rande der Naturwissenschaft" erforscht haben. Zwei dieser Wissenschaftler möchte ich zitieren:

 

Über die Entwicklung der Eiszeit- und Steinzeitkunst

aus „Die Felsbilder Europas“ von  Prof. Herbert Kühn, Verlag W. Kohlhammer, Dritte Auflage 1971,

Seite 11:

„Die Bilder auf den Steinen  sprechen von dem Geist des Menschen der Vorzeit, sie sprechen von dem bildhaften Erleben seiner Welt, sie sprechen von dem gedanklich-bildhaften Erfassen seiner Welt, und sie sprechen von dem wirtschaftlichen Gestalten seiner Welt.

So bedeuten die Bilder an den Felsen die Antwort auf die ewig größte Frage der Menschheit nach dem Ursprung, nach der Herkunft, nach dem Erwachen des Menschen hin zu der Art und Lebensform, in der er in der Gegenwart seinen Standort zu gestalten vermochte.

Und deutlich heben sich Pole heraus, Gegensätze, Antinomien: In den Anfängen, in der Eiszeit, ist die Kunst an den Felsen naturhaft, diesseitsgewandt, sensorisch. Im Neolithikum, in der Jungsteinzeit, ist die Kunst abstrakt, jenseitsgewandt, imaginativ.

Da wo in der Eiszeit das Bild des wirklichen Tieres besteht, seine Realität, seine Individualität, da ist im Neolithikum, der Epoche des Ackerbauers, alle Kunst unwirklich, irreal, symbolisch, hinweisend und abstrakt.

... Es gibt Epochen, deren Denken völlig dem Diesseits zugewandt ist, dem Hier, und es gibt Epochen, die völlig im Erlebnis des Enthobenen leben, im Jenseitigen, im Geistigen, im Transzendenten.

In der späteren Geschichte der Kunst wiederholt sich diese Erscheinung ...“

 

Nachdem  n a c h  dieser Buchausgabe des Prof. Kühn in den Urstromtälern der Donau und der Lone Skulpturen und die Knochenflöte aus der Eiszeit (vor 30.000 v. Chr.) mit „Verzierungen“ gefunden und restauriert wurden, muss diese grundsätzlich richtige Aussage ergänzt werden. Diese Verzierungen auf den gefundenen „Kunstgegenständen“ ergänzen, in dieser ausgehenden Eiszeit, das diesseitig Naturhafte durch diese Gravuren mit dem Jenseitigen. Die Kräfte, die Wirkungen des Geistigen, werden sichtbar gemacht, wodurch die Skulpturen erst ihre volle Realität erlangen.

 

Dazu  „Die Ursprache der Kunst“ von Prof. Dr. Wilhelm Karutz, Verlag von Strecker und Schröder, Stuttgart, 1934, Seiten 93 ff und Seite 126:

„Wir sehen am Anfang überall geistige Wirklichkeit ... denn der Primitive hat mit dem Kinde gemeinsam, dass er kein Starres und Lebensfremdes, dass er nur Lebendiges, Bewegtes, Wesenhaftes kennt. Und das hat er bereits im Palaiolithikon künstlerisch dargestellt. Er hätte den Naturalismus der Höhlenkunst nie zu seiner bewundernswerten Höhe gebracht, wenn er ihn nicht aus dem Quell der geistigen Welt mit innerer Wahrheit erfüllt hätte. Daneben aber machte er bereits den übersinnlichen Gehalt der naturalistischen Substanz als Linienzeichnung der geistigen Elementarformen unmittelbar sichtbar. ... Außer in dieser Flächenhaftigkeit (der naturalistischen  Tierbilder), als Ganzes gesehen, zeichnet das Palaiolithikum den Ätherleib (Element der Bildekräfte der Welt) in seinen Formelementen - er stellt sie als selbständige Bilder hin, die gleichsam „Werkzeuge der Seele“, Mittler zum Erleben des Geistes sein sollten. Das Neolithikum nimmt das später zum Hauptthema seiner Kunst, aber die Anfänge liegen bereits vor ihm. Die Formelemente werden von den verschiedenen Arten des Äthers hervorgebracht, dem Wärme-, dem Licht-, dem Klang-, dem Lebensäther. Wo diese Ätherarten ihre Kräfte im Physischen entfalten (in Pflanzen, Mineralien, Kristallen), rufen sie sphärische bzw. dreieckige, mondförmige, viereckige Formen hervor.

In der Kulturgeschichte haben Günther Schubert und Hermann Beckh die Beweise für das Schauen der Völker in die Welt dieser Ätherformen erbracht...“

Für die vorgeschichtliche Kunst möchte ich es belegen, dass ihre Anschauungsbilder von Geistformen und ihre späteren Bildzeichen und sogenannte Ornamente auf dieselben vier Ätherarten zurückgehen.

Da sind schon die Felszeichnungen von Fontainebleau, unsicher in der Datierung, wahrscheinlich in die Altsteinzeit zurückreichend, ein Gewirr von Strichelungen verschiedenster Form, von Einzellinien, Parallelreihen, Ovalen, Kreuzen, Doppelkreuzen, Kreisen, Schachbrett- oder Gitterfelderungen, flächigeren Geflechten .... Ihre Vielfalt spricht gegen ein zufälliges Kritzeln... ihr Durcheinander gegen Schriftzeichen und gegen kartographische oder ähnliche Vorlagen; die Kultur ihrer Zeit spricht gegen „Leitern, Ackerfelder, Ackerfurchen“ oder dergleichen als Vorbilder. So bleibt nur die Wirklichkeit eines Unwirklichen als Sinn der Zeichnung, d.h. sie gibt geistige Formen wieder, die der Künstler in sich selbst erlebt und aus sich selbst herausgestellt hat, ....Sie taten es in den Punkt -und Strichreihen auf „Schmuckstücken“ des französischen Aurignacien, die als das älteste Ornament der Erde gelten und aus der Technik nicht ableitbar sind; ... aber sie wollen keine Stilisierungen sein, denn sie gehören den frühen Zeiten der Wirklichkeitsschau, nicht der Gedankenabstraktion an, und sie wollen keine Pflanzen sein, denn sie gehören zur Jägerkultur, nicht zur Bauernkultur; sie sind aus der Wirklichkeit des Ätherischen abgeschriebene Formelemente der aufbauenden Geistsubstanz.

 

Die Gäische Anschauungskunst war aus einem geistig gefüllten Sehen mittels physischer Sinne entstanden, um im esoterischen Mysterienkreise als Unterrichtsmittel zu dienen. Sie wandelte sich mit dem Verfall der Mysterien, dem Aufhören der Hellseherfähigkeit, dem Schwinden des Wissens von der geistigen Welt zu einem Mittel exoterischer bildhafter Mitteilung und endete in der profanen Nützlichkeit der Buchstabenschrift.

Die Chtonische Anschauungskunst ist aus einem Sehen mittels des inneren Sinnes geistigen, hellseherischen Schauens entstanden, um den Mysterien als esoterisches Unterrichtsmittel zu dienen, nachdem sie die gäische Aufgabe, die Seelen zu Erdenbürgern zu machen, auf die andere, ihnen den Himmel zu erhalten, umgestellt hatten. Sie wandelte sich später gleichfalls zu einer Bildzeichenkunst, wurde unterrichtende Mitteilung vom übersinnlichen Leben, zuletzt profane Nützlichkeit einer äußerlichen Zierkunst.“

 

Diese Wege der Kunstwandlung können wir erleben an den Felsbildern des Valcamonica, nördlich Brescia, Italien. Hier finden wir eine besondere Häufung der Kunst der Jungsteinzeit bis zu Christi Geburt. Es sind die letzten Reste esoterischer Darstellungen aus dem Anfang des 2. Jahrtausends v. Chr., über Skizzen oder Notizen des täglichen Lebens bis hin zu Inschriften in Buchstaben um Christi Geburt. Es ist die Zeit der germanischen „Götterdämmerung“.

Vergegenwärtigen wir uns die Größenverhältnisse der Zeit der Eis- und Steinzeitkunst gegenüber der von uns heute überschaubaren Kunst unserer jetzigen Kulturentwicklung. Die Entwicklung der Eis- und Steinzeitkunst ist mit über 30.000 Jahren anzusetzen, unsere jetzige „Kunst-Tradition“ reicht zurück zu Moses, gerade einmal etwas über 3000 Jahre.

 

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Die Trilogie:

Die Knochenflöte Die Tierplastiken Der Löwenmensch