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Spuren auf dem Albuch

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Vermutungen zum Kultus in der Altsteinzeit

Epilog


Zur Schöpfungsgeschichte aus der Genesis,
Grundlage ist die „aktualisierte“ Luther-Übersetzung

Gemessen an der Erdentwicklung und der Menschheitsentwicklung ist der Schöpfungsbericht aus dem ersten Buch Mose sehr jung. Dieser Bericht ist geschöpft aus dem damaligen Bewusstsein, dessen Bestandteil zweifelsfrei sogenanntes Hellseherisches war: Der Mensch sah vor 3000 Jahren noch geistige Zusammenhänge. Diese geistigen Zusammenhänge sind heute noch Wahrheit, sie stehen im „Buch“ von dem die Weltreligionen wissen. Zwischen diesem Wissen und dem heutigen materiellen Denken und den heutigen – derzeitigen – intellektuellen Forschungsergebnissen muss es zu Diskrepanzen kommen.

Für uns bestehen zwei Fragen:
Kann die Schöpfungsgeschichte in das heutige gültige gedachte erdgeschichtliche Schema eingefügt werden?
Gibt es einen Konsens zwischen dieser Schöpfungsgeschichte und der derzeit gültigen Wissenschaft zur Lebensentwicklung auf der Erde (Basis nach Darwin)?
Beide Fragen sind zu verneinen.

Die heutige Naturwissenschaft geht zu Recht von Erkenntnissen aus die auf naturwissenschaftlichem Wege gewonnen wurden. Diese Erkenntnisse benutzen die Gesetzmäßigkeiten der derzeitigen Erd- und Kosmosentwicklung, soweit sie auf der Erde mit intellektuellem Verstand gewonnen werden können – und damit sind sie für die Erde, für die jetzt lebenden Menschen, d e r z e i t richtig.

Zu anderen Erdzeiten, davon darf man ausgehen, gelten andere Gesetzmäßigkeiten, da auch die Erde ein Organismus ist, der sich entwickelt. Und dieser Gesichtspunkt kann zu der Einsicht führen, dass die Schöpfungsgeschichte zu einer Zeit, wie sie „damals gesehen wurde“, richtig war. Auch heute gehen diese Schilderungen noch weit über das hinaus, was die Naturwissenschaft heute feststellen kann. Es muss aber die Schöpfungsgeschichte deshalb nicht grundsätzlich „falsch“ sein. Eine gravierende Unsicherheit besteht auch in anzunehmenden Änderungen des „Urtextes“ beim Fortschreiben der traditionellen Texte und in ganz offensichtlichen Übersetzungsfehlern aus dem althebräischen „Urtext“.

Die heutigen Volkskirchen lehnen das sogenannte „kosmische Christentum“ generell ab (was auch immer darunter verstanden wird und aus welchen Gründen auch immer). Doch sollte man bedenken, dass das Kernbekenntnis des Christen der Dreieinige Gott ist, der sich nicht nur auf der Erde manifestiert. Vor allem dieses Bekenntnis trennt heute den christlichen Glauben von den anderen Weltreligionen. Und die Schöpfung, Kapitel I im Ersten Buch Mose, behandelt die Grundlage des Christentums: Die Entwicklung des Kosmos mit dem Ziel der Erschaffung des Erdenmenschen (nicht des Mannes).

Das Johannesevangelium, das zentrale Dokument des christlichen Glaubens für den heutigen Menschen, beginnt mit den Worten: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott“. Und wer ist der Logos, das Wort? Der Logos ist Christus, der sich bei der Jordantaufe im Erdenleib des Menschen Jesus von Nazareth verkörperte.

In Vers 3 des ersten Kapitels des Ersten Buches Mose heißt es: Und Gott sprach: „Es werde Licht!“. Damit beginnt die Schöpfung des Kosmos! Am Ende der kosmischen Schöpfung steht der Keim des Erdenmenschen. Die Christuswesenheit, der Logos, das Urbild des Menschen, steht schon am Anfang der Welt als schöpferische Kraft, und diese Christuswesenheit bewirkt, dass der Heilige Geist als Licht- und Inspirationsquelle gegenwärtig sein kann. Und „Gott Vater“? Er ist der Unaussprechliche, der ewig Seiende, der seinen „Sohn“ und den „Heiligen Geist“ schenkt: Der Dreieinige Gott!

Zum Text in der Luther-Übersetzung über die Schöpfung des Menschen ist auf folgendes hinzuweisen: Es müsste dort stehen: „Gott schuf den Menschen... zum Bilde Gottes... und schuf ihn männlich-weiblich“. Leider finden wir den folgenschweren Übersetzungsfehler aus der lateinischen Bibel aus dem 15. Jahrhundert immer noch in der heutigen Bibel: ...und schuf sie als Mann und Weib“.
In diesem Textteil ist von der physischen Erde im Zusammenhang mit dem physischen Menschen noch nicht die Rede! Offensichtlich lebt der Mensch als letztes Glied der kosmischen Schöpfung physisch noch nicht auf der Erde. Bei dieser Schilderung geht es aber nicht um die Erdentwicklung sondern um die Menschwerdung auf der Erde und zwar um die Menschwerdung des Homo sapiens sapiens, um unser Menschengeschlecht.

Erst im Kapitel II des Ersten Buches Mose wird die Entwicklung der Erde konkretisiert. Diese Entwicklung beginnt mit der Ruhe! „und ruhte am siebenten Tage“. Auf der Erde wuchs noch nichts! Dann stieg ein Nebel auf, der die Erde feuchtete. Und dann erst war Leben auf der Erde im physischen Sinne möglich und Gott schuf den Menschen aus dieser feuchten Erde (aus Tonsubstanzen, die Sonnenkräfte bindet) und blies ihm den Atem ein: Erst jetzt hat der Mensch „Irdisches an sich“.

„Und Gott pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten.“ Immer noch besteht eine Situation, die sich mehr in der geistigen Welt abspielt.
Aber dann kommt die erste Schilderung einer irdischen physischen Realität, die Schilderung der vier Flüsse. Das ist die erste Andeutung einer Situation, die erdgeschichtlich nachvollzogen werden kann, nämlich die vier Wasser um den noch einzigen Kontinent der Erde ohne Gebirge – die Plattentektonik hat noch nicht eingesetzt. Und jetzt „nimmt“ Gott der Herr den Menschen und „setzt“ ihn in den Garten Eden. Immer noch ist der Mensch „zweigeschlechtlich“. Und erst jetzt „macht“ der Herr die „Tiere“ aus Erde und der Mensch gibt ihnen die Namen (die Schaffung der Tiere ist ein Mysterium für sich).

Die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen ändert sich mit der Schaffung des Weibes. Sie wird nicht aus Erde geschaffen! Die Menschenpersönlichkeit wird getrennt. So kommt es dass der Mann und das Weib eigenständige Entwicklungen während ihres Erdenlebens durchmachen können. Das Weib hat fortan eine Möglichkeit einer Empfängnis, bei der Kräfte aus den umgebenden Himmelssphären, in denen der Mensch auch lebt, einwirken können, weil das Weib eben nicht originär aus Erde, sondern aus einer Substanz „gemacht“ ist, die der Erdenschwere in gewissem Sinne schon enthoben ist.

Nun ereignet sich der Sündenfall. Die Menschen werden aus dem Paradies vertrieben und noch weiter an die Erde gebunden, aber die Bindung des Weibes an das Lebendige – durch ihre Herkunft – bleibt bestehen. Das hat das Weib dem Manne voraus.

Erst jetzt nennt Adam sein Weib mit ihrem Namen, er nennt sie Eva. Sie bekommt ihren eigenen Namen, weil sie ein eigenständiger Mensch geworden ist. (Der Mensch wird mit seinem Namen gerufen)

Durch Weltenjahre hindurch lernt der Mensch auf und mit der Erde zu leben. Immer weiter entfernt er sich von der geistigen Heimat und wird damit aber lebenstüchtiger auf der Erde. Sein Leib verfestigt sich immer mehr. Einer dieser Schritte in die Erdgebundenheit ist das Erkennen des Sexuellen – und damit befinden wir uns ganz konkret im inzwischen nachvollziehbaren Geschichtlichen, in der ausgehenden Altsteinzeit, im Zeitalter des Gravettien, kurz vor der letzten Eiszeit bei uns um 25.000 Jahre vor Christus.

Und dieses Erkennen, dieses Erfassen der irdischen Notwendigkeiten vollziehen sich in Metamorphosen durch alle Weltenjahre – eine ständige Entwicklung aus dem Raum- und Zeitlosen in den Raum und in die Zeit. Doch der heutige Mensch hat große Probleme, das geht bis zur Unfähigkeit, in zeitlosen und raumlosen Zusammenhängen zu denken und das ist die Voraussetzung für ein Erahnen der Schöpfungsgeschichte.


Im Frühjahr 2007
Adalbert Feiler
 

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Prolog

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"Vom Ursprung der Welt"

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"Das Wesen der Archonten"

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Epilog

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Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse