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Vermutungen zum Kultus in der Altsteinzeit

"Vom Ursprung der Welt"

 

Adalbert Feiler
Eine auszugsweise Bearbeitung
des christlich-koptischen Schöpfungsberichts von Nag Hammadi – Ägypten
„Vom Ursprung der Welt“
Die Originalpergamente stammen aus einer Ausgrabung des Jahres 1945. Diese wurden ins Englische übersetzt und von Konrad Dietzfelbinger prosa ins Deutsche übertragen und veröffentlicht im Dingfelder Verlag im Rahmen der Edition Argo – Weisheit im Abendland –

ISBN 3-926253-16-9 Ebr.

 

I

Es ist

der Urgrund des Seins.

Es ist

das Urbild der Schöpfung.

Es ist

der Ursprung des Lichtes.

 

II

Die Weisheit, Sophia,

bewirkt

ein Bild

unfasslicher Größe,

eine Schöpfung,

das Abbild des Urlichts.

 

Es steigt

der Äon der Wahrheit

herauf

in grenzenlosem

unermesslichem Licht.

 

Dieser Äon

er ist,

durch den Willen der Pistis,

durch die Kraft

des Glaubens und des Vertrauens,

die zweite Schöpfung.

 

Doch die Außenseite

ist Schatten.

Die Außenseite

sie ist das Reich

der Götter,

sie ist das Reich

des Chaos.

 

III

Als dieses geschehen
sieht der Schatten
die unfassliche Größe
der Schöpfung
und die Erhabenheit
der Vollkommenen
im strahlenden Lichte
des neuen Äons.

Dabei erkennt er,
der Schatten,
sich selbst:
Eifersucht steigt
In ihm auf.
Und so wird er,
der Schatten,
schwanger von sich
und gebiert
Neid
Und bitteren Zorn.

Die Geburt,
sie ist ohne Geist,
ein Spiegelbild
in großer wässriger Lösung.

Und dieses Bild
fließt aus:
Masse fällt aus dem Schatten,
Masse zeigt sich im Chaos.

 

IV

Als dieses geschehen
erscheint Pistis
über dem Chaos,
über der grenzenlosen
Finsternis
und dem grundlosen
Wasser.

Die Pistis,
sie wird bestürzt
beim Anblick dessen
was sie bewirkt.

Und daraus erwächst
maßlose Furcht
die sich ins Chaos
stürzt.

Und Pistis neigt sich
reuevoll
über die Schöpfung
die erfüllt ist von Furcht
und haucht ihr
in das Gesicht
jenseits der oberen Himmel
dort drunten im Abgrund.

So bewirkt
Pistis-Sophia
ein gestaltetes Bild
das ordnend herrschen soll
über die Masse
und all ihre Mächte.

 

V

Und es erscheint
der Herrscher.
Er bewegt sich
in den Tiefen der Wasser,
löwengestaltig,
mann-weiblich,
ausgestattet
mit großer Macht.
 

 

Und Pistis-Sophia
sieht ihn,
den Herrscher,
und mächtig
spricht sie das Wort:
„Jaldabaoth“
und das bedeutet:
„Mein Sohn,
komme herüber zu mir“.

Das Wort gelangt zu den Göttern,
den Engeln und Menschen.
Und sie werden vollenden,
die es vernehmen,
was von der Kraft des Wortes
ausgeht.

 

VI

Es beginnt
Die Wandlung des Chaos
durch das Abbild der Schöpfung,
durch das Abbild des Lichtes.

Doch der Herrscher
des Chaos
erkennt nicht
die Kraft
der Pistis Sophia.

Denn er hat
ihr Gesicht
nicht gesehen.
Nur ihr Abbild
erblickt’ er
im Wasser,
das zu ihm sprach.
 

 

Der Herrscher des Chaos,
Er
nennt sich
„Jaldabaoth“
denn Er ward
so gerufen.

Die Vollkommenen
nennen ihn Ariel,
denn er ist
löwengestaltig.
Und Pistis-Sophia
zieht sich zurück,
empor in ihr
unermessliches Licht.

 

VII

Und der Herrscher des Chaos
Jaldabaoth
schwebt über den Wassern
der Finsternis
und erkennt
sein eigenes Bild
und schafft durch das Wort
mann-weibliche Wesen.
Sieben erscheinen im Chaos,
jedes hat
einen männlichen
einen weiblichen
Namen.

Und sie sind
die sieben Gewalten
der sieben Himmel
im Chaos.

Und der Herrscher des Chaos
Jaldabaoth
schwebt über den Wassern
der Finsternis
und erkennt
sein eigenes Bild.

Und schafft durch das Wort
für die sieben Gewalten,
für jede einzelne,
einen gesonderten Himmel,
siebenmal herrlicher
als alles Irdische:

Throne und Wohnstätten,
Tempel und Wagen,
und Geist-Jungfrauen,
jeweils nach dem Urbild
der Unsterblichen.

Er erschafft
Scharen von göttlichen Kräften:
Engel und Erzengel
ohne Zahl,
damit sie
Ihnen dienen.

Jetzt sind sie,
die Himmel,
vollendet
bis hin
zum Sechsten.

 

VIII

Darunter aber haust der,
den die Gewalten
des Chaos kennen,
der den Himmel und deren Erde
umwendet,
dass die sechs Himmel
darüber
erzittern.

Doch Pistis
sendet hin
ihren Atem,
bindet
und wirft ihn hinab
unter den Abgrund.

Und Sophia befestigt
Den siebenten unteren Himmel.

 

IX

Und der Urvater
Jaldabaoth,
der die Sophia nicht sieht,
richtet sich auf.
Und wird verherrlicht
durch sein ganzes
englisches Heer.
Und all die Götter
und deren Engel
geben ihm
Ehre und Preis.
Und der Urvater,
Jaldabaoth,
freut sich.
Selbstherrlich verkündet er:
„Ich bin Gott,
wer ist mir gleich?

„Blinder Gott, Samael, Du irrst!“
so spricht schauend
die Pistis-Sophia:
„Ein lichter Mensch,
unsterblich,
ist vor Dir!“
„Offenbaren wird er sich
im Erdenleib.
Er wird auf euch treten
wie auf Töpferton,
und Du wirst
mit den Deinigen
hinabfahren
zu Deiner Mutter
in den Abgrund.“

„Deines Wirkens Ende
ist die
Offenbarung
der Wahrheit!“

Und Pistis-Sophia
zeigt ihr majestätisches Bildnis
In den Wassern der Tiefe.

Und Pistis-Sophia
zieht sich zurück,
empor in ihr
unermessliches Licht.

 

X

Sieben Herrscher,
sieben Söhne
des Jaldabaoth
walten im Chaos
unterhalb des Schleiers
der die oberen
und die unteren
Himmel trennt.

Sieben Gewalten,
deren weiblicher Name
ihrer Gesamtheit
„Pronoia Sambathas“
„Verstand der Siebenheit“
ist.

Einer der sieben Gewalten
ist Sabaoth.
Sein weiblicher Name
lautet
„Die Göttlichkeit“.

Sabaoth aber,
als Einziger,
hört die Stimme
der Pistis
und huldigt ihr.

Und er trennt sich
von seinem Vater,
Jaldabaoth,
und seiner Mutter,
dem Abgrund.

Und Sabaoth ehrt die Pistis,
die vom unsterblichen Mensch
und seinem strahlenden Lichte
berichtet.

Pistis-Sophia
gießt aus über ihn,
über Sabaoth,
über die Göttlichkeit,
ihr unermessliches Licht.

Und Sabaoth
erhält große Gewalten
über alle Kräfte
des Chaos.

Verwirrung entsteht derenthalben
in den unteren Himmeln
und Krieg tobt dort unten.

Sieben Erzengel
entsendet Pistis-Sophia
zu führen den Sabaoth
empor in den siebenten
unteren Himmel,
damit er
über den zwölf Göttern
des Chaos sei.

 

XI

Und vor seiner Wohnstätte
erbaut Sabaoth
seinen mächtigen Thron
auf einem viergesichtigen Wagen
mit Namen Cherubin.
An jeder der Ecken
Tiergestalten.
Es sind Gestalten wie
Löwe, Stier, Adler und Mensch!
Insgesamt zweiundsiebzig Gestalten.

Und sieben Erzengel stehen vor ihm,
er selbst ist der Achte,
und er hat die Macht.

Auf diesem Thron
erschafft er
die drachengestaltigen Engel,
die Seraphim,
die loben und preisen
ihn immerdar.

Und Engel erschafft er
unzählige,
nach der Ordnung
der Achtheit.

 

XII

Und Sabaoth
erschafft
den Erstgeborenen,
den E i n geborenen.
Dieser ist „der Mensch,
der Gott sieht“.
Und dieser, er gleicht
dem Erlöser,
der ihm auf hohem Throne
zur Rechten sitzt,
zur Rechten des
Sabaoth,
thronend in einer
Lichtwolke,
die ihn bedeckt.

Und Pistis-Sophia,
die Jungfrau des Heiligen Geistes,
ist mit ihm
an ihrer Rechten
und preist ihn.

 

XIII

An ihrer Linken aber
sitzt der Urvater,
Jaldabaoth.
So regiert diese Schöpfung
die Ordnung der Wahrheit
und die Ordnung
des Unrechts.

Sie sind
die Ordnungen
des Lichts
und der Finsternis.

 

XIV

Und Jaldabaoth
gebiert den Tod.
Der Tod wird gesetzt
über den sechsten
unteren Himmel
von dem Sabaoth kam.
So wird die Zahl
der sechs Mächte
dort neu geordnet.

 

XV

Und Jaldabaoth
erinnert sich
an die Worte
der Pistis-Sophia:
„Ein lichter Mensch,
unsterblich,
ist vor Dir!“
Und er sagt:
„Er soll sich zeigen,
damit wir
sein Licht schauen.“

Und siehe,
ein Licht strahlt
aus der Achtheit
durch alle Himmel
zur Erde.

Es offenbart sich
das Bild
des Menschen
in Würde
und Schönheit.

 

XVI

Und Pronoia,
die bei Jaldabaoth ist,
wird
von der Liebe zum Menschen
ergriffen.

Umarmen will sie
die Lichtgestalt.
Doch Pronia besitzt
nicht die Kräfte
dieses zu tun;
denn sie ist
aus der Finsternis –
sie i s t Verstand
aber ohne Erkenntnis.

Und Pronoia,
auch Lilith genannt,
ist erfüllt von der Liebe
zum Menschen
und gießt aus
ihre Liebe,
ihr Licht auf die Erde.
So wird gereinigt
die Erde
durch ihr Opfer,
durch das Blut
der Jungfrau.

 

XVII

Und so wird gereinigt
das Wasser
durch das Bild
der Pistis-Sophia:

Und Sophia
gibt auf das Wasser
einen Tropfen
des Urlichts.

Und es offenbart sich
im Lichte
der Mensch
mann-weiblich.

 

XVIII

Und der Tropfen des Lichtes
gestaltet das Wasser
als Mutterwesen,

Und im Bild dieser Mutter,
in ihrem Körper,
der Eva des Lebendigen,
der Unterweiserin des Lebens,
der Mutter der Lebenden,
bewirkt
der Tropfen des Lichtes,
im Verweilen der Sonne
in allen zwölf
Tierkreissternbildern,
die Vollendung des Menschen
mann-weiblich.

 

XIX

Und das Mysterium,
das größte
fasst sie,
die Mutter,
in Worte:



„Ich bin ein Teil meiner Mutter.
Ich bin die Mutter.
Ich bin die Frau.
Ich bin die Jungfrau.
Ich bin die Schwangere.“

„Mein Gatte hat mich gezeugt,
ich bin seine Mutter,
er ist mein Vater,
er ist mein Herr,
er ist meine Zeugungskraft,
entsprungen aus seinem
Denken und Wollen.
Die Zeugungskraft,
sie wirkt
im Weltenwort.“

„So bin ich eine noch Werdende,
ich bin die Gebärerin
des H E R R N !“

 

XX

Und der Urvater,
„Jaldabaoth“
denkt, wie er
unterwerfen könne
den Lichtmenschen
unter die Schwere
der Masse.

Und die sieben Herrscher
des Chaos
formen den Körper
des Erdenmenschen
nach ihrem Leib,
aus ihrer Substanz.

Und der Urvater,
Jaldabaoth,
legt diese Zeugung
in eine Schale:

Seine Zeugung
ist nicht gestaltet,
sie hat keinen Halt,
in ihr ist
weder Seele
noch Geist.

Zurück zieht sich
Jaldabaoth
nach vierzig Tagen.

Er ist nicht fähig
sein Werk zu beleben,
denn der Lichtmensch
entstammt
den oberen Himmeln.

Und er überlässt sie,
die Zeugung,
sich selbst.

 

XXI

Sophia-Zoe,
die Weisheit des Lebens,
sendet sodann,
zur Überwindung der Erdenschwere,
ihren Atem in Adam –
und er bewegt sich
auf Erden.
Doch erheben
kann er sich nicht.

Und die Herrscher
setzen ihn
im Osten,
jenseits des Mondes
und der Sonne
in ihr Paradies,
begrenzt von totem Gestein.

 

XXII

Nach dem siebenten Tag,
nach dem Tage der Ruhe,
sendet Sophia
die Tochter Zoe,
Eva genannt,
um Adam
aufzurichten.
Und Eva sieht
ihr Ebenbild,
das ungestaltete,
auf Erden liegen.
Mitleid ergreift sie!
Sie spricht:
„Adam, richte Dich auf!“
Und Adam erhebt sich
und steht aufgerichtet
auf beiden Beinen.

 

XXIII

Doch Eva lacht,
denn sie hat
Macht über sie.

Und Eva blendet
durch ihr Licht
die Augen der Herrscher.

Und sie lässt
ein Abbild
ihrer selbst
zurück
bei Adam.

Dann tritt sie ein
in den Baum
der Erkenntnis.
Dort bleibt sie
bis zur Geburt
des Erlösers.
Und die blinden Götter
geraten in große Furcht,
denn dorthin reicht
ihre Macht nicht.

 

XXIV

Doch Evas Abbild,
sie ist die Mutter
unseres
Menschengeschlechtes.

 

XXIV

Doch Evas Abbild,
sie ist die Mutter
unseres
Menschengeschlechtes.

 

 

 

Zu den Bildern (Copyright beim Autor)
In Vers V:
Statuette aus Mammutelfenbein
des Löwenmenschen
aus dem Hohlensteinstadel
im Urstromtal der Lone.
Altsteinzeit, aus dem Aurignacien
32.000 Jahre alt

In Vers VI
Kalksteinfigur
“Venus von Willendorf“
aus der Wachau an der Donau
Altsteinzeit, aus dem Gravettien
27.000 Jahre alt

In Vers XVIII
Madonna von Sant’Antimo
in der Toskana bei Montalcino
Holzskulptur aus Holz
Um 1250 n.Chr.
Die „Himmelskönigin“
aus dem
Hochmittelalter

 

 

 

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Prolog

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"Vom Ursprung der Welt"

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"Das Wesen der Archonten"

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Epilog

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Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse