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Spuren auf dem Albuch

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Geologisches, Fauna, Flora

Gewässer

Wir finden den Stockbrunnen im Stockhau, den Gaisbrunnen und den Eschentalbrunnen am Geisberg, den Linsenbrunnen, den Rohrbrunnen und den Türkenbrunnen am Fuße der Schäfhalde, den Kesselbrunnen und den Klosterbrunnen auf dem Steinhirt; die Lerze, die in den Lerzgraben entwässert ist die Grundwasserfassung des Rieds (Kratersees) südöstl. des Galgenberges. Dann fließt bei Irmannsweiler das namenlose Bächlein, das im Schnepfental in einer Doline endet. Und südlich des Kolmannsberges, am Rande der "Rauhen Wiese", finden wir einen kleinen See mit einem bescheidenen Zufluß.

Stehende Gewässer (Hülben) sind weitverbreitet auf dem Albuch, teilweise uralt und teilweise durch die Forstbehörden im wasserstauenden Feuersteinlehm neu angelegt.

Für die vielen Karstquellen rund um den Albuch seien nur der Brenztopf, die Quelle des schwarzen Kocher und die Remsquelle erwähnt, daneben gibt es eine Vielzahl von kleineren Quellen am Fuße des Albuch, die aus dem Karstwasserspiegel gespeist sind.

 

Dolinen

Nach weitverbreiteter Ansicht sollen die Dolinen durch den Zusammenbruch von unterirdischen Hohlräumen entstanden sein. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass die Dolinenbildung viel komplizierter ist:

Die Kalklösung begann nicht im tieferen Untergrund, sondern nahe der Erdoberfläche. Das mit Kohlensäure angereicherte Sickerwasser aus der belebten Bodenschicht sammelte sich über den nahezu dichten Lehmschichten. Dort löste das saure Wasser zuerst flache Senken, die im Laufe der Zeit immer tiefer wurden. Dieser Vorgang nahm vielfach im Tertiär seinen Anfang. Es entstanden, wie Grabungen und Bohrungen ergaben, Trichter und Wannen von 20 bis 30 m Tiefe. Diese wurden im Quartär, d.h. in der erdgeschichtlichen Neuzeit, mit Lehm und Gesteinsschutt, den "Fließerden", verfüllt. Die Kalklösung geht jedoch in der Tiefe weiter und bildet Klüfte im Kalkgestein. In die durch Sickerwässer erweiterten Klüfte werden die darüberliegenden unteren Schichten der ehemaligen "Fließerden" eingeschwemmt. So bildet sich zunächst unten über dem Kalkstein ein Hohlraum, der langsam von unten nach oben wächst. Ist die Decke desselben, bestehend aus den ehemaligen Fließerden, allmählich zu dünn geworden, dann erfolgt ein Durchbruch zur Erdoberfläche.

So entstanden und entstehen noch die meisten Dolinen auf der Ostalb. Bei älteren Durchbrüchen schrägen sich im Laufe der Zeit die Ränder ab, der Schacht wird verschüttet und das bekannte Bild eines Trichters ist entstanden.

 

Aus Wanderungen – Radwanderung 25 km Heidhöfe etc.

...bald verläuft links des Weges der Wald, in den das Sträßchen zur Ochsenhauhütte einbiegt, wo wir eine Grillstelle finden. Vor der Hütte fahren wir den Waldweg 600 m weiter nach Süden bis rechts die Feldflur von Gannnenweiler beginnt. Rechts drüben, in der Talmulde, aber noch im Wald, liegen die genannte Hülbe und weitere Dolinen im Naturschutzgebiet. Diese Hülbe im Wald am Märtelesberg ist Deutschlands kleinstes Naturschutzgebiet von 0,21 ha, das Schutzgebiet ist eine Doline im Bereich des feuersteinlehmüberdeckten Albuchs, die plombiert, Oberflächenwasser und Niederschläge aufstaute. In diesem Gewässer finden sich eine für ein Karstgebiet atypische Flora: flutendes Torfmoos, Wasserschlauch und verschiedene Seggenarten.

 

Aus Wanderungen - Über den Zigeunerweg:

...wir ziehen auf einem durchweichten Erdweg mit wassergefüllten Fahrrinnen weiter nach Süden. Nach 250 m öffnet sich links ein großer Erdtrichter, eine klassische Doline, die größte in weitem Umkreis.

 

Strahlenkalk und Muschelkalk

Das Steinheimer Becken (ext.)

Es wird auf die einschlägige Literatur und das Meteorkratermuseum im Ortsteil Sontheim (ext.) verwiesen

 

Das Bohnerz auf den Höhen der Ostalb

 

Wo kommt das Bohnerz auf den Hochflächen der Ostalb her und warum erscheint es einmal in großen Mengen, manchmal sehr selten und oftmals überhaupt nicht?

Gerade in unserer Gegend, östlich und westlich des Kocher- und Brenztales, auf dem Härtsfeld und auf dem Albuch, findet man Bohnerz. Zur Zeit der Urbrenz, die ursprünglich ein Einzugsgebiet

hatte über weite Teile des heutigen Hohenlohischen, überlagerten dicke Jurakalkbänke dieses Gebiet. Diese Bankkalke wurden gelöst und zurück blieben ca. 2% unlösliche Mineralien. Davon waren ca. 0,1 bis 0,2% Eisen (Fe). In diesem rotbraunen Verwitterungslehm reicherte sich das Eisen durch Wasserprozesse auf 5 bis 10% an. Ein weiterer Mineralisierungsprozess führte zur Zusammenballung des Eisens zu Kugeln oder Bohnen mit einem Eisenanteil bis zu 50%.

Wer in einem kleinen Bach den Strömungen am Bachgrund zusieht, bemerkt, dass durch die Strömung der Untergrund aufgewirbelt, mit fortgenommen und schön säuberlich, nach der Größe der Sandkörner oder der Steinchen, gesondert wieder abgelagert wird. Da das Bohnerz ein anderes spezifisches Gewicht hat als andere Gesteinssubstanzen, wurde das Bohnerz durch die Wasser der Urbrenz aufgenommen und wieder an örtlich begrenzten Bereichen, von anderen Stoffen getrennt, abgelagert, sodass in diesen Bereichen ganze Lagen von Bohnerz gefunden werden können. Sammelstellen von Bohnerz sind oft die auf den Hochlagen des Albuch und des Härtsfeldes anzutreffenden Dolinen, den "Sammelstellen der Fließerden". Wo nie ein Wasser floss, findet man auf der Alb auch kein Bohnerz. Das bedeutet aber, dass die Urbrenz damals auf den Höhen der Ostalb in großen Mäandern floss und dass die Ostalb dasselbe Höhenniveau wie das Hohenloher Land hatte. Die Urbrenz mündete schließlich in das Molassemeer bei Herbrechtingen. Heute liegt der "Meeresstrand", das Kliff, anstatt auf Meereshöhe, zwischen 500 und 600 m über dem Meeresspiegel. Das Kliff verläuft heute noch von Westen her, wo es in Heldenfingen und nahe bei Bolheim zu sehen ist, hinüber über das Brenztal nach Osten.

 

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Eine Wanderung führt uns zu den Bohnerzgruben auf dem Wellisberg

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Eine Erzählung über die Erzknappen auf dem Wellisberg

 

Trockentäler des Albuch

Ein Teil der Trockentäler ist bereits im Tertiär entstanden. Die Mehrzahl aber in den Eiszeiten. Damals flossen Niederschlags- und Schmelzwässer oberirdisch ab, weil das Wasser im Gestein bis mindestens 50 m Tiefe ständig gefroren war (Dauerfrostboden). Auf diese Weise war auch auf der verkarsteten Albhochfläche Erosion möglich.

 

Das Steinheimer Becken (ext.)

Es wird auf die einschlägige Literatur und das Meteorkratermuseum im Ortsteil Sontheim (ext.) verwiesen

 

Erklärungen zur Fauna und Flora

Jagdfalken (Edelfalken - Wanderfalken) wurden zur "Beize" abgerichtet. Bei "Parzival" (Wolfram von Eschenbach: Dichtung ungefähr in der Mitte der staufischen Zeit von 1152-1250) wird berichtet, dass Gawan auf der Fähre mit der Herzogin von Logrois speiste und zwar zwei gebratene Lerchen, die "ein Sperberchen erflogen hat".

Krammetzvögel sind die Wacholderdrosseln, die die Verbreitung des Wacholders besorgen. Im deutschsprachigen Alpenraum wird der Wacholder auch Kranewitt genannt. Der Machandelboom im Märchen ist ein Wacholder"-baum".

Alter Volksglaube: In der Kranewittstaude wohnt eine große Kraft gegen jedwede Zauberei, darum gebraucht man nicht nur die "Kronbeeren" bei Räucherungen, sondern das Holz selbst wird überall verwendet. Aus den Stecken schneidet man Geißeln für die Rossknechte, wo dann kein Ross durch eine Stellung gesperrt (verzaubert) werden kann; ebenso macht man aus ihnen Rührstecken in die Rührkübel zum Buttern, dann kann keine böse Nachbarin verhindern, dass Butter gewonnen wird. In Wasserbitchen und Trinkgefäße bindet der Schäffler stets etliche Streifen davon ein, denn auch im Trunk kann von den bösen Leuten gar viel geschehen.

Maßholder ist Feldahorn

Alter Volksglaube: Mache dir Zapfen aus Ahornholz und schlage diese in alle Türen und in die Schwellen, dann kann keine Hexe ins Haus.

Frühlingsenzian (Gentiana verna) - Schustersnägele.

Maßliebchen sind Gänseblümchen

Alter Volksglaube: Allgemein ist das Befragen der Orakelblume durch auszupfen der weissen Strahlblüten bekannt: Bald verkünden diese den zukünftigen Stand oder Beruf, bald weissagen sie, ob und wie der Befrager geliebt wird nach folgenden oder ähnlichen Formeln: "Edelmann, Bettelmann, Bürger, Soldat, Bäuerin, Kellnerin, Stadtfrau ..." oder "Er liebt mich - von Herzen - mit Schmerzen - ein wenig - gar nicht!"

Küchenschellen heißen eigentlich Kühchenschellen (Echte Kuhschelle - Pulsatilla vulgaris)

Seidelbast

Alter Volksglauben: Ans Kummet steckt man um Thüringen und Waldshut Zyland (Seidelbast), der an Mariä Himmelfahrt geweiht wird, dann können Hexen das Fuhrwerk nicht festbannen.

Wirft man die Seidelbastbeeren unter das Kochloch, so kann nicht mehr gehörig gekocht werden; alle Speisen brennen an, bis man die Asche und mit ihr die Beeren wieder entfernt hat.

Absterbende Bäume phosphorisieren bei einer bestimmten Luftfeuchtigkeit und einer bestimmten Lufttemperatur, sodass sie bei Nacht grünlich leuchten. Am Stamm verbliebene Rindenteile bleiben dabei schwarz: so kann ein gespensterhafter Eindruck entstehen (bei unseren heutigen "sauberen" Wäldern fast nicht mehr zu sehen).

In vielen Laubwäldern kommt das Kleine Immergrün (vinca minor) vor.

 

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